D'r Zoch kütt

Rosenmontag, 20.02.12



D'r Zoch kütt...

...für uns schon im zweiundzwanzigsten Jahr.

Der BvB feiert in diesem Jahr gleich zwei Jubiläen: 33 Jahre BvB, 22 mal im Zug dabei.

Für mich war es das erste mal, dass ich den Zug vom Wagen aus miterlebt habe und ich muss sagen, es war eine völlig neue Erfahrung.

Ich hatte mir immer so vorgestellt, dass man von oben den kompletten Überblick hat. Genau das Gegenteil war der Fall. Läuft man hinter dem Wagen her, hat man den Kontakt zu seinen Mitstreitern, kann mal zwischendurch schunkeln, rennt zum einen oder anderen Bekannten, kramt noch nach einem besonders leckeren Bonbon für den Nachbarn, den man in der Menge entdeckt hat und beteiligt sich an der spontanen Laola-Welle.

Oben auf dem Wagen bekommt man kaum mit, wer denn am Wegrand steht, kann kaum registrieren, ob sich viele oder wenige Menschen an der Straße versammelt haben. Man schmeißt mal hier und da eine handvoll Kamelle in die Menge, ist aber ansonsten damit beschäftigt das Wurfmaterial an den Fußtrupp zu verteilen, Säcke aufzureißen, Kartons zu entsorgen, Kindern, die plötzlich keine Lust mehr haben in den Wagen zu helfen usw.

Wie ist die Reaktion auf den Zug, wie gefällt der Wagen, der wieder mit so viel Mühe entstanden ist, sind wieder alle Vereine dabei, welche Ideen haben sie in diesem Jahr umgesetzt? Ich musste wirklich manchmal ganz bewusst inne halten und meinen Blick schweifen lassen, damit ich ein wenig von der Stimmung und dem bunten Treiben auffangen konnte. Und ich war wieder begeistert, was so ein kleiner Ort wie Frielingsdorf mit seinen umliegenden Ortschaften und den Vereinen zustande bringt.

Wir haben es auf unserem Wagen angesprochen. Auch wir sind schon 22 Jahre als Piraten, Wikinger, Waldschrate, Ölscheichs usw. dabei. Dass die alten Traditionen fortgeführt werden und bestehen bleiben, ist mit Arbeit verbunden. Aber wer will sich an dieser Arbeit noch beteiligen?

Wir führen schon seit einiger Zeit die Diskussion, ob ein Bürgerverein noch nötig ist und wenn ja, in welcher Form, ob ein Dorffest noch gewünscht wird, ob jemand noch Wert auf einen „Brocher“ Wagen beim Karnevalszug legt usw. Was wird von uns als Verein gewünscht? Wo sollen wir Aufgaben übernehmen, welche Dinge sollen in Zukunft wegfallen? Wer ist zur Übernahme kleinerer Aufgaben bereit?

Wir sind für Veränderungen offen, aber wir brauchen auch Anregungen. Wie wäre es damit bei der Jahreshauptversammlung?

Veronika Wirz

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